DIE 4 GROSSEN ‚W‘S DER NEUEN KTM 890 DUKE R

Die KTM 890 DUKE R des Modelljahres 2020 fesselt und begeistert als frischer, aufregender Neuzugang in KTMs Naked-Bike-Palette. Wir haben uns mit Street Product Manager Adriaan Sinke getroffen, um etwas mehr über die Entstehung dieses umwerfenden Bikes herauszufinden.

Nach einer verheißungsvollen Enthüllung auf der EICMA 2019 im letzten November wurde die offizielle Präsentation der KTM 890 DUKE R des Modelljahres 2020 zu einer fast vollständig digitalen Affäre. Der ‚Shutdown‘ Europas diesen Frühling hatte zur Folge, dass die ersten ‚Kostproben‘ dieses Motorrads im März online und auf YouTube serviert wurden – eine etwas merkwürdige Situation bei einem Bike, das eine derartig tiefgehende Fahrerfahrung bieten soll.

PC @Campelli M./Milagro

Die KTM 890 DUKE R wurde von Grund auf mit dem Ziel entwickelt, Gefühle und Begeisterung zu wecken. Wie aber kam das F&E-Team bei KTM überhaupt auf die Idee, ein solches Bike zu bauen? Und wie ging es daran, ein Motorrad zu schaffen, welches eine andere Erfahrung als die anderen, selbst schon immens aufregenden, Naked Bikes im KTM-Aufgebot (insbesondere die KTM 790 DUKE und die KTM 1290 SUPER DUKE R) bietet?

Um diese Fragen zu beantworten, haben wir vier der fünf W-Fragen ausgewählt und Adriaan gebeten, uns mit Details zu versorgen …


Wer?

Mit der KTM 1290 SUPER DUKE R schuf KTM ein Bike mit einem ungeheuren Drehmoment, das auf der Straße ebenso zuhause ist wie auf der Rennstrecke. Die KTM 790 DUKE ist auf Wendigkeit, geringes Gewicht und Power ausgelegt. Modelle wie die KTM 390 und die KTM 125 DUKE vereinen dagegen perfektes Handling mit spritzigen Motoren und überragender Alltagstauglichkeit und sprechen damit alle Gruppen von Motorradfahrern an.

Wo reiht sich die KTM 890 DUKE R hier ein? Welche Rolle hat sie?

„Wir sehen uns immer an, wo wir noch mehr Performance herauskitzeln können“, so Sinke. „Die KTM 790 DUKE ist ein fantastisches Bike und in der Mittelklasse eines der sportlichsten. Genau wie im Rennsport gibt es aber immer noch Verbesserungspotenzial. Es ist ziemlich offensichtlich, dass zwischen der KTM 790 DUKE und der KTM 1290 SUPER DUKE R viel Raum ist, und so haben wir uns entschieden, diese Lücke [mit der KTM 890 DUKE R] zu schließen. Noch wichtiger aber war uns, das schnellste Bike in der Mittelklasse zu bauen. Handling, Federung, Motor und Elektronik: Die KTM 890 DUKE R schlägt alle Konkurrenten in die Flucht.“

PC @KTM

Die Eigenschaften der KTM 790 DUKE waren geschärft genug, um den Namen ‚The Scalpel‘ zu verdienen. Die KTM 890 DUKE R markiert den Versuch, sich ein weiteres Segment des Motorradmarktes unter den Nagel zu reißen. Ganz im Geiste der alternativen Werte und der Philosophie von KTM fährt die KTM 890 DUKE R wie ein Blitz in das Segment ein. „Die Mittelklasse ist besonders in Europa ein riesiges Feld und Käufer haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen Modellen“, erklärt Sinke. „KTM strebt immer danach, in jedem Segment die schärfste Waffe anzubieten, und nicht unbedingt nach gewaltigen Absatzzahlen. Wir schaffen unsere eigenen Nischen.“

„Potenzielle Konkurrenten sind die Triumph Street Triple RS, die MV Agusta Brutale und eventuell die Kawasaki Z900 und die Yamaha MT-10: Wir übertreffen all diese Bikes in einzelnen Punkten und auch mit unserem Gesamtpaket aus Handling, Drehmoment, Power und Elektronik.“


Was?

Die KTM 890 DUKE R ist also keine ‚aufgemotzte 790‘. Wie hat KTM es also geschafft, die besten Aspekte der 790 neu zu erfinden und etwas Neues daraus zu machen? Der Reihen-2-Zylinder ist schon einmal ähnlich, obwohl hier Bohrung und Hub vergrößert, die Verdichtung gesteigert und das Drehzahlniveau angehoben wurden. Das Ergebnis ist ein Leistungszuwachs um 15 PS auf 121 PS und 99 Nm Drehmoment. Ein neuer Zylinderkopf, eine neue Nockenwellen und neue Ausgleichswellen erhöhen die Drehzahlen und verringern die rotierenden Massen.

PC @KTM

Auch das Fahrwerk der KTM 890 DUKE R ist noch sportlicher, aggressiver und leichter, während ihre veränderte Ergonomie das Motorrad für extrem kurvige Straßen und schwierigste Rennstrecken prädestiniert. Eine in Zug- und Druckstufe einstellbare WP APEX-Gabel mit linearen Federn und Split-Bauweise sorgt für perfekte Straßenlage. Und um die Fuhre auch sicher zum Stehen zu bringen, vertraut KTM auf die neuesten Monoblock-Bremssättel vom Typ Brembo Stylema sowie schwimmend gelagerte 320-mm-Bremsscheiben vorn. Diese und weitere Unterschiede zur KTM 790 DUKE tragen zur weiteren Abgrenzung der KTM 890 DUKE R bei.


Wann?

Sobald dieser Eintrag im KTM Blog zu lesen ist, wird die KTM 890 DUKE R mit ihrem typischen KTM-orangefarbenen Rahmen bereits die Schauräume der KTM-Händler bereichern. Wird das Auftauchen dieses Bikes im Jahr 2020 einen Effekt auf den Rest der DUKE-Familie haben? Im Jahr 2020 brachte KTM bereits die dritte Generation der KTM 1290 SUPER DUKE R – und damit die bisher beste Ausgabe des ‚BEAST‘ – auf den Markt, während die KTM 790 DUKE seit ihrer Einführung vor beinahe zwei Jahren in der Mittelklasse auf Beutefang geht. KTM behauptet zwar, dass ‚alles, was wir an der KTM 790 DUKE so schätzen, noch einmal aufgepeppt‘ wurde. Trotzdem erscheint die KTM 890 DUKE R zu einer Zeit, in der sie ihren eigenen Weg finden muss. Fahrer, die glauben, sie könnten die KTM PowerParts plündern, um ihre KTM 790 DUKE auf dasselbe Niveau zu bringen, werden enttäuscht sein.

„Die KTM 890 DUKE R ist mehr als nur eine getunte 790“, betont Sinke. „Aufgrund des unterschiedlichen Ventiltriebs und der anderen Kurbelwelle unterscheidet sich ihr Motorcharakter so sehr von dem der KTM 790 DUKE, dass sich das Bike völlig anders anfühlt. Die Unterschiede im Fahrwerks-Setup und bei den Bremsen tragen ebenfalls zu dem Gefühl bei, ein völlig anderes Bike zu fahren.“

„Es wäre ausgesprochen schwierig, die Upgrades bei Federung und Bremsen zu kopieren“, so Sinke. „Auch ein Leistungszuwachs von 15 PS wäre nicht leicht zu erreichen, ganz zu schweigen davon, dass das extrem teuer käme – besonders, wenn das Bike weiterhin straßenzugelassen sein soll. Und selbst wenn ein talentierter Tuner es schaffen sollte, unsere Werte zu erreichen, wäre es kaum machbar, alles mit unserem hohen Niveau an Elektronik (Kurven-ABS, Kurven-MTC usw.) zu einem funktionierenden Paket zu vereinen und dafür zu sorgen, dass das Bike auf der Straße genauso gut funktioniert wie auf der Rennstrecke.“

PC @KTM

Die KTM 890 DUKE R wird Radarfallen wohl nicht so viel Angst einjagen wie die KTM 1290 SUPER DUKE R, fügt dem Naked-Bike-Lineup von KTM aber eine völlig neue Dimension hinzu. Was uns zur letzten Frage bringt …


Warum?

Warum sollten sich KTM-Eigentümer (oder potenzielle Kunden) für einen Umstieg von einer KTM 790 DUKE auf eine KTM 890 DUKE R entscheiden? Oder ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag für den neuen kleinen Bruder setzen anstatt unter den für eine konkurrenzlose KTM 1290 SUPER DUKE R? In Anbetracht der Tatsache, dass KTM bereits zwei Naked Bikes anbietet, die ganz oben in diesem Sektor mitmischen, muss sich die KTM 890 DUKE R gegen starke Konkurrenz aus den eigenen Reihen durchsetzen.

„Ein guter Punkt. Es kommt wirklich darauf an, was dir als Fahrer bei einem Upgrade wichtig ist“, so Sinke. „Willst du massive Power und ein Drehmoment, wie es nur das BEAST bieten kann? Dann hol dir eine KTM 1290 SUPER DUKE R. Willst du aber Wendigkeit, Präzision, ein gutes Leistungsgewicht, kompakte Ausmaße und viel PS, Drehmoment sowie großartige Bremsen? Dann kommst du an der neuen KTM 890 DUKE R nicht vorbei.“

Kein echtes BEAST, aber schärfer und noch gefährlicher als das originale SCALPEL: Die KTM 890 DUKE R ist auf jeden Fall eine schlagkräftige Waffe im KTM-Arsenal.

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